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Frankfurt, 8. April 2020 – Allzeithoch auf dem deutschen Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien: Mit 2,3 Milliarden Euro lag das Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2020 so hoch wie noch nie in einem ersten Quartal. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2017 (2 Milliarden Euro) noch einmal deutlich überschritten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das sogar ein sattes Plus von 70 Prozent. Mehr als ein Drittel des Transaktionsvolumens aus dem gesamten Vorjahr wurde damit bereits im ersten Quartal dieses Jahres umgesetzt.

„Der Grund für diesen starken Anstieg ist die Vielzahl großvolumiger Deals: Während es 2019 von Januar bis März gerade einmal drei Transaktionen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gab, waren es in diesem Jahr acht“, erklärt Nick Jones, Head of Industrial Investment JLL Germany. Die beiden größten Transaktionen im ersten Quartal 2020 waren die deutschen Anteile an zwei internationalen Portfolioübernahmen: Union Investment hat das Logistral-Portfolio von Garbe übernommen und Ares Management hat seinen Anteil an einem paneuropäischen Logistikportfolio mit insgesamt 40 Immobilien und einer Million Quadratmeter Fläche an seinen Co-Investmentpartner Investec Property Fund abgegeben. Jones: „Der Deutschland-Anteil dieser beiden Transaktionen macht zusammen rund 730 Millionen Euro aus. Das alleine sind schon 32 Prozent des gesamten Quartalsvolumens.“

Ein Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 ist derzeit kaum möglich. Jones: „Die Corona-Pandemie hat allerdings noch einmal unterstrichen, wie wichtig intakte Lieferketten sind. Der Logistik-Sektor wird aus dieser Krise deshalb gestärkt hervorgehen. Zweifellos gilt es noch einige Herausforderungen zu meistern, aber Deutschland bleibt im Mittelpunkt Europas und wir beobachten bereits eine steigende Nachfrage nach Logistik- und Industrieimmobilien.“
Vor allem Asset und Fondsmanager haben im ersten Quartal 2020 verkauft. 63 Prozent des Transaktionsvolumens gehen auf ihr Konto. Auf Platz 2 und 3 der Verkäuferseite folgen in weitem Abstand Unternehmen (18 Prozent) und Entwickler (16 Prozent). Auch bei den Käufern zählen Asset und Fondsmanager mit einem Anteil von 29 Prozent am Transaktionsvolumen zur größten Gruppe. Es folgen offene Publikumsfonds mit 19 Prozent und börsennotierte Immobiliengesellschaften (Immobilien AGs und REITs) mit ebenfalls 19 Prozent.

Spitzenrenditen bleiben auf Rekordtief

Die meisten der Käufer (54 Prozent) kommen inzwischen wieder aus Deutschland. 2019 war das Verhältnis noch genau umgekehrt: 54 Prozent der Käufer kamen aus dem Ausland. Auf der Verkäuferseite kommen 71 Prozent aus Deutschland und damit wie auch in den vergangenen zwei Jahre die deutliche Mehrheit.
Die Spitzenrenditen auf dem deutschen Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien haben sich in den vergangenen drei Monaten nicht bewegt: Sie liegen nach wie vor auf dem Rekordtief von 3,75 Prozent. „Die im ersten Quartal abgeschlossenen Transaktionen wurden bereits im vierten Quartal 2019 vereinbart. Dann kam die Corona-Pandemie. Die Preise halten sich dennoch auf dem Vor-Covid-19-Niveau“, so Jones.

Quelle: JLL (Pressemitteilung vom 08.04.2020)