„Der Immobilienbrief“ Nr. 511:

Im Editorial gibt Werner Rohmert einen kleinen Rückblick auf eine gute Expo Real und schaut auf aktuelle Stimmungsbilder. Ein wenig grummelts im Umfeld der Branche schon. Gleichzeitig werfen ein paar Entwicklungen durchaus Schwarm-Intelligenz- und Management-Fragen auf. (Seite 1)

  • EXPO REAL 2021 – 28.000 WENIGER BESUCHER HABEN NICHT GEFEHLT – Beste Expo Real seit Jahren: Jeder unserer deutschen Gesprächspartner war vor Ort und jeder bestätigte, dass er wiederum seine Gesprächspartner aus Deutschland vollständig angetroffen habe. Corona ist gegangen. Die Expo Real ist wieder da. Ca. 19.200 Teilnehmer sind diese Woche auf der Immobilienmesse gewesen. 2019 waren es 46 747 Teilnehmer. Es fehlten die Besucher aus Asien und USA. Der Rest hat niemandem gefehlt. Selbst schuld, wer zu Hause blieb. Es war eine der effizientesten und angenehmsten Expo Real der letzten Jahre. (Rohmert, Seite 3)
  • FRANKFURTER WOHNEN WELTWEIT TOP BEI BLASENRISIKO – UBS-Studie warnt Eigenheimmärkten in Frankfurt, Toronto und Hongkong: Seit über 5 Jahren sind wir Blasenmeldungen gewohnt. „Der Immobilienbrief“ macht auch regelmäßig deutlich, dass institutionelle Portfoliokäufe eigentlich nur mit Miet- und Multiplikator-Optimismus, den wir nicht unbedingt teilen, rechenbar sind. Dem Mittwoch veröffentlichten UBS Global Real Estate Bubble Index des UBS Global Wealth Management zufolge weisen die Eigenheimmärkte in Frankfurt, Toronto und Hongkong unter allen 25 weltweit untersuchten Großstädten nun die höchsten Risikoniveaus auf. (Wrede, Seite )6
  • WEITERHIN KEINE ENTSPANNUNG AM HOTELINVESTMENTMARKT – Dynamik bei Hotels bleibt deutlich hinter der des Gesamtmarktes: Q3 war das umsatzschwächste Quartal des gesamten Jahres und lag sogar noch 7% unter dem schon schwachen Vorjahresquartal. Eine wirkliche Belebung sehen die Research- und Maklerhäuser nicht vor Anfang 2022. (Wrede, Seite 8)
  • LOGISTIK HYPT SICH ÜBER ALLE ERFAHRUNGEN – Einzeldeals erreichen 33-fache Jahresmiete: In Backgroundgesprächen hören wir mit unverhohlenem Unverständnis von der 30-fachen Jahresmiete für Toplogistik und auch mehr. Institutionelle Mathematik mache es möglich. Erfahrene Mittelständler können da nicht mithalten. Entsprechend analysiert Catella Research einen ungebrochenen Boom der europäischen Logistikimmobilien. Projektentwickler kämen hinter der Nachfrage von Nutzern und Investoren nach europäischen Logistikimmobilien kaum hinterher. (Rohmert, Seite 11)
  • NIEDRIGER UMSATZ AUF DEM RETAIL-INVESTMENTMARKT – Fachmärkte sind teurer als Shopping Center: Mit Ausnahme des lebensmittelbasierten Handels hat die Branche den Handel eindeutig als Corona-Verlierer erkannt. Mit einem Transaktionsvolumen lt. BNP Paribas Real Estate von rund 6,3 Mrd. Euro (Savills: 6,0 Mrd.) bzw. -34% (-36%)  erreicht der Retail-Investmentmarkt insgesamt ein sehr schwaches Resultat. (Rohmert, Seite 12)
  • PASSANTENZAHLEN IN BERLINER EINKAUFSLAGEN NÄHERN SICH VOR-CORONA-NIVEAU – Kudamm und Alex bleiben mit Abstand am beliebtesten: Die Zahl der Passanten an 50 Zählpunkten in der Berliner City lag lt. des Einzelhandelsspezialisten COMFORT insgesamt im Jahresverlauf 2021 etwa 5,1% unterhalb des langjährigen Mittels, im Vorjahr waren es noch knapp 10%. COMFORT bewertet den aktuellen Wert als sehr positiv, denn im Corona-Jahr 2021 fehle es Berlin nach wie vor an Veranstaltungen, Kongressen und im Vergleich zur Vor-Corona Zeit auch an insbesondere internationalen Städtetouristen.(Wrede, Seite 13)
  • NIEDERLANDE – IMMOBILIENMÄRKTE IM ZEICHEN KONJUNKTURELLER BELEBUNG: Im Prinzip sind die deutschen Erfahrungen komplett auf die Niederlande übertragbar. Das ergibt sich aus der Studie „Niederlande – Immobilienmärkte im Zeichen konjunktureller Belebung“ der Deutsche Hypo – NORD/LB. Mit einem Rückgang des realen BIPs um 3,8% im vergangenen Jahr wurde die jahrelange Wachstumsserie der niederländischen Konjunktur unterbrochen. Auch auf dem Investmentmarkt war ein deutlicher Rückgang des Investitionsvolumens um 17,2% zu beobachten. Die Auswirkungen auf die verschiedenen Assetklassen sind dabei sehr unterschiedlich. (Rohmert, Seite 14)
  • ÖFFENTLICHER BAU -WENN BIM, DANN RICHTIG – Building Information Modelling als Instrument unverzichtbar: Die Expo Real 2021 eröffnete mit einer Podiumsdiskussion über das Bauplanungsverfahren BIM. Zufall? oder symptomatisch für wesentliche Themen, die die Messe beherrschten: Mangel an Fachkräften, Mangel an Baumaterialien, steigende Herstellungskosten, aber wachsende Bau- und Sanierungsaufgaben, um den Klimaschutzzielen und gleichzeitig dem Innovationsdruck gerecht zu werden.(Escher, Seite 14)
  • DEUTSCHER WOHNUNGSMARKT-AUFSCHWUNG MIT HERAUSFORDERUNGEN: Pandemie-Krise verstärkt „Flucht ins Betongold“: Die jüngste Krise habe vermutlich die „Flucht ins Betongold“ verstärkt, analysiert der Helaba Immobilienreport. Am deutschen Wohnungsmarkt steigen die Preise weiter. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Damit werde die Erschwinglichkeit von Wohneigentum weiter sinken. Der aktuelle Aufschwung am deutschen Wohnungsmarkt begann etwa 2010 und dauere in zwischen – gemessen an früheren Zyklen – überdurchschnittlich lange. (Rohmert, Seite 18)
  • STATEMENTS ZUR EXPO REAL 2021 u.a. von Dr. Wulff Aengevelt, Prof. Dr. Thomas Beyerle, Jochen Schenk, Klaus Franken, Dr. Gertrud Traud, Fabian Hellbusch, Chiara Aengevelt, Julian Marwitz, Constanze Römer und Holger Schmieding.(Seite 21)
  • 60 JAHRE BAUFACHPRESSE – Arbeitskreis Baufachpresse tagt 2021 in Münster: Der Bau- und Immobilienjournalismus ist in einer neuen Welt wahrscheinlich zukünftig gefordert, sich selbst auch eine Stimme zu geben. Oft ist das „praktische Research“ jahrzehntelanger Erfahrung, die sowohl bei der Baufachpresse als auch bei der Immobilienpresse vorhanden ist, ein Regulativ zu den aktiven Matadoren aus Research und Business, die sehr oft aus den Erfahrungen der letzten 15 Jahre in einer gradlinigen Entwicklung denken. Der Autor hat sich deshalb auch als Mitglied des Arbeitskreises Baufachpresse beworben und an der Jahrestagung, in der auch das 60jährige Bestehen des Berufsverbands gefeiert wurde, teilgenommen. (Rohmert, Seite 23)
  • WELCHE IST DIE INTELLIGENTEST PARK-STADT DER WELT? – Der Global Smart City Index 2021:Das Parktechnologieunternehmen EasyPark präsentiert aktuell eine Studie zu den intelligentesten und zukunftssichersten Städten weltweit und zeigt, wie neue Technologien für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft eingesetzt werden. London ist die intelligenteste Stadt in der Kategorie “Einwohnerzahl über 3 Millionen”, gefolgt von New York und San Francisco. Kopenhagen.(Rohmert, Seite 24)
  • DER BUNKER ST. PAULI WIRD HAMBURGS HÖCHSTER PARK – Der Rohbau ist fertig: Im kommenden Jahr bekommt Hamburg ein weiteres touristisches Highlight. Im ersten Halbjahr soll der „grüne Bunker“ am Heiligengeistfeld in St. Pauli fertig sein. (Richter, Seite 25)
  • Der Immobilienbrief Köln: Kölner Büromarkt zeigt sich dynamisch: Die Dynamik aus dem ersten Quartal hat sich in den Folgemonaten fortgesetzt. (Junghanns, S. 28 )

Mit freundlichen Grüßen

Werner Rohmert sowie
Ihr Team von „Der Immobilienbrief“
Research Medien AG